Die Bedeutung Jesu. Oder: Was für eine Verantwortung.
Nun bin ich doch tatsächlich mal wieder da. Endlich habe ich nach ein paar turbulenten und spannenden Wochen die Zeit gefunden, Euch wieder einige Zeilen zu schreiben. Wer ich bin? Ach, ist es wirklich schon soweit? Kennt mich niemand mehr? Wenn ja, mein Name ist Markus und eigentlich schreibe ich hier, an dieser Stelle, regelmäßig etwas über mich, meine Erlebnisse als Christ und meine Fragen an Gott und die Welt. Und für alle, die mich noch kennen: Ich bin wieder da. Doch genug davon, denn heute will ich mal wieder von jemandem erzählen, der mir sehr wichtig ist. Von jemandem, der mir schon viel beigebracht hat und der mir als Vorbild dient. Jemand, den ich aber noch nie direkt, also so von Angesicht zu Angesicht, gesehen habe und von dem ich trotzdem weiß, dass er mich besser kennt als ich mich selbst. Natürlich wisst Ihr schon, von wem ich rede, von Jesus.
Es ist noch gar nicht lange her, erst etwa zwei Wochen, dass im Jesustreff eine Predigtreihe zu Ende gegangen ist, in der es genau um ihn ging, um Jesus. Dabei fragten die Prediger uns und vermutlich auch sich selbst, was Jesus nun für uns ist und was er bedeutet. Jesus, das kam dabei heraus, ist der Anfang und das Ende von allem, er ist unsere Hoffnung, die Mitte unseres Lebens, das Leben, die Freiheit, die neue Wirklichkeit auf dieser Welt, unser Vorbild und er ist unser Herr. Es kam dabei heraus, dass wir ohne ihn zwar leben können und viele das ja auch machen. Es kam aber auch heraus, dass wir mit ihm wir selbst sein dürfen. Es kam heraus, dass er uns Regeln und Gebote gegeben hat, um uns von dieser Welt zu befreien und nicht uns zu versklaven. Und es kam heraus, dass wir bei ihm geliebt sind, einfach so und ohne wenn und aber. Und was bleibt nun davon? Was bleibt von all dem, was wir gehört haben? Ich weiß nicht, was bei Euch geblieben ist oder noch bleiben wird, bei mir jedoch hat sich etwas getan. Ich habe neu erkannt, wofür Jesus Christus für mich steht. Er steht dafür, dass Gott mich liebt. Er steht dafür, dass Gott Mensch wurde, Hunger hatte, Durst spürte, Schmerzen empfand und letztlich starb – und das einfach, weil er mich, Dich, uns alle liebt. Und er steht dafür, dass er den Tod überwunden hat, damit wir, die wir ja zu ihm sagen, auch das ewige Leben haben dürfen.
Das ist nichts Neues für Euch? Das klingt schon wieder nach so einem Evangelisationsding? Vielleicht ja, aber wenn Euch, wenn Dir das alles schon so bekannt vorkommt, dann lebe doch auch danach. Ich weiß nicht, wie es Dir geht. Ich aber lebe eben immernoch nicht so wie ich es müsste, wenn ich das eben geschriebene wirklich durch und durch begriffen hätte. Denn aus dieser ganzen Sache mit Gott, Jesus und letztlich auch dem Heiligen Geist folgt doch etwas. Es folgt die Erkenntnis, dass jeder von uns geliebt wird, dass jeder von uns geachtet ist, dass jeder von uns wertvoll ist. Und dann ist es egal, ob Du ein paar Kilo zu viel hast oder die Idealfigur, die andere Dir verkaufen wollen. Dann spielt es keine Rolle, welches Auto Du fährst und ob Deine Uhr von Rolex, Tag Heuer oder Tchibo stammt. Mir ist das neulich wieder bewusst geworden. Da hat mich, der ich brav mit meinem kleinen Smart die Straße entlang tuckerte, ein Kerl in einem dicken, teuren, PS-starken BMW überholt und dann auch noch geschnitten. Und ich habe mich aufgeregt. Arroganter S... dachte ich. Du I... und sonst noch so manches unschöne Wort. Doch dann stand ich an der Ampel und sah diesen Kerl vor mir, in seinem dicken Auto und in seinem Rückspiegel seine Augen. Und mir wurde klar. Der da vorne ist auch nur ein Mensch. Er ist auch nur ein Kind Gottes. Er ist auch nur einer von uns vielen. Und auch er ist geliebt. Mit dieser Erkenntnis kam dann auch die Klarheit, warum ich ihn vorher so beschimpft hatte. Ich war eigentlich neidisch auf ihn und sein Auto. Ich dachte nämlich, während ich die bösen Worte aussprach, dass ich jetzt gerne ein noch stärkeres und besseres Auto gehabt hätte und der Typ dann an mir nicht vorbei gekommen wäre.
Genau das aber ist der Unterschied. Denn Jesus als Mitte zu sehen, als Vorbild, Freiheit und Herrn, das bedeutet auch, zu erkennen, dass ich kein größeres Auto als der andere brauche und auch nicht vorne an der Ampel stehen muss, um geliebt, anerkannt und geschätzt zu werden. Denn in Jesus Christus lässt uns Gott genau das wissen. Er lässt uns wissen, dass wir ihm so wertvoll sind, dass er seinen eingeborenen Sohn hingegeben hat, damit wir alle, die wir an ihn glauben, das ewige Leben haben. Und auch, wenn wir das schon wissen und auch, wenn uns diese Botschaft aufgrund ihrer Bekanntheit zu den Ohren raus kommen mag, so geht es doch genau darum in unserem Glauben. Und deshalb sollten wir nicht müde werden, davon zu erzählen, danach zu leben und unser Handeln und Denken daran auszurichten. Das klingt vielleicht heilig, es ist aber wichtiger als jeder Lobpreis im Gottesdienst, jede noch so tolle Predigt oder Moderation. Wenn wir diese Botschaft vergessen, dann haben wir den Kern unseres Glaubens verloren.
In diesem Sinne: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe." (Johannes 3,16)
Euer Markus




