Kurzgeschichten rund um die Gemeinde

Alles hat ein Ende. Oder: Gott ist ewig

Neulich habe ich mich dabei erwischt, wie ich nostalgisch wurde. Ich spazierte so mit meiner Freundin durch den verschneiten Killesberg-Park in Stuttgart und stellte mir vor, wie es hier einmal aussah, als ich noch ein Kind war. Da fuhr nicht nur der Mini-Zug kreuz und quer durch den Park, sondern auch ein echter Sessellift. Damals konnte man sich einfach in einen der unbequemen Sessel setzen und über das Tal der Rosen gondeln. Das war eines meiner Highlights – immer dann, wenn ich mit meinen Großeltern dort war. Doch beides gibt es nicht mehr. Den Sessellift hat man schon sehr lange abgebaut und meine Großeltern sind leider beide bereits gestorben. Der Besuch im Park hat mir dabei etwas ins Gedächtnis gerufen: Wie vergänglich doch alles ist.

Alles? Fast alles, muss man als Christ sagen. Denn nach unserer Überzeugung ist Gott nicht vergänglich, oder? Er ist ewig und unendlich. Wie heißt es in der Bibel: „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen“ (Markus 13,31). Trotzdem ist alles andere vergänglich, endlich, hat eine Ende, außer der Wurst, die hat bekanntlich zwei – und das tut manchmal wirklich weh. Es schmerzt, wenn man einen geliebten Menschen verliert, es zieht einen runter, wenn eine Freundschaft kaputt geht oder es wirft einen erst einmal aus der Bahn, wenn man erfährt, dass die Anstellung beim Arbeitgeber nicht auf Ewigkeit angelegt war.

Da ist es doch umso beruhigender und auch hoffnungsvoller, wenn man weiß, dass wenigstens Gott nicht von einem gehen wird. Denn das heißt es doch auch, wenn geschrieben steht, dass Gott ewig ist. Solange ich lebe und darüber hinaus, das ist sicher, wird Gott auch da sein, wird Jesus mein Freund bleiben und der Heilige Geist mein Berater. Und er wird mir gegenüber seine Versprechen halten, er wird mir seine Freundschaft nicht kündigen oder mir meine Gaben nehmen. Das gibt einen tiefen und anhaltenden Frieden, eine Sicherheit und eine nicht zu beschreibende Hoffnung.

Und gerade jetzt, an Weihnachten, feiern wir doch diese Treue Gottes. Wir feiern die Geburt seines Sohnes und damit die Erneuerung seines Bundes mit uns. Denn die Tatsache, dass Jesus auf diese Welt kam und damit die Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllte, ist ein klares Bekenntnis Gottes zu uns. Ein Bekenntnis, das weit über unsere Beschränktheit, über unsere Sünden und Verfehlungen hinaus gilt und das sogar den Tod besiegt hat.

Endlichkeit. Eigentlich etwas, das mir immer irgendwie Angst macht. Angst davor, einen geliebten Menschen zu verlieren, Angst davor, den Job oder Geld aufgeben zu müssen oder Angst davor, selbst einmal nicht mehr zu sein. Doch diese Angst lohnt sich nicht. Denn als Kinder Gottes ist diese Endlichkeit eben nur ein Übergang. Denn Jesus selbst hat die Endlichkeit des Lebens gegen die Auferstehung der Toden eingetauscht. Und so sicher wie mit dem Ende dieses Weihnachtsfestes das nächste kommen wird, so sicher wie auf das Jahr 2010 das Jahr 2011 folgt, so sicher ist für uns Christen der Glaube daran, dass selbst der Tod uns nicht von Gottes Liebe und Treue trennen kann. Das nenne ich eine ermutigende Zusage.

In diesem Sinne: Abschied und die Endlichkeit der Welt tun manchmal sehr weh, doch eins bleibt auch in der dunkelsten Stunde. Gott ist treu und Gott bleibt treu, bis in alle Ewigkeit.

Euer Markus